Im Jahr 2011 ereigneten sich nach Berechnungen von
Statistik Austria auf Österreichs Straßen 35.129 Unfälle, bei denen
45.025 Personen verletzt und 523 getötet wurden. Damit verringerten
sich die Zahl der Unfälle (-0,6%) und jene der Verletzten (-1,8%) gegenüber
2010 geringfügig. Die Zahl der Verkehrstoten sank hingegen um 5,3%
auf 523, das sind um 29 Todesopfer weniger als im Jahr davor. Bei allen
drei Größen wurde damit wieder das jeweils niedrigste Ergebnis seit
Beginn der einheitlich geführten Unfallstatistik erreicht.
Im Durchschnitt ereigneten sich täglich 96 Unfälle,
bei denen 125 Personen verletzt oder getötet wurden.
Betrachtet man die Entwicklung der vergangenen 10
Jahre, so ereigneten sich im Jahr 2002 um rund 8.000 Unfälle mehr und
es gab um fast 12.000 mehr Verletzte. Der Rückgang der Unfallzahl und
jener der Verletzten beträgt damit zwischen 2002 und 2011 jeweils rund
ein Fünftel (-19% bzw. -21%). Die Zahl der Verkehrstoten konnte in diesem
Zeitraum jedoch von 956 im Jahr 2002 beinahe halbiert werden (-45%).
Jeder 10. Verkehrstote Opfer eines Alkoholunfalles;
eine deutliche Zunahme gegenüber 2010
Nach Inkrafttreten der im Rahmen des Verkehrssicherheitspaketes
enthaltenen verschärften Sanktionen für Alko-Lenker im September
2009 konnte 2010 ein deutlicher Rückgang bei der Zahl der Alkoholunfälle
und der Verletzten um jeweils etwa ein Zehntel und vor allem der Todesopfer
(-28%) registriert werden. Im aktuellen Berichtsjahr 2011 sanken die
Zahlen der Alkoholunfälle und Verletzten gegenüber 2010 nur geringfügig
(-0,7% bzw. -1,0%). Im Gegensatz dazu erhöhte sich aber die Zahl der
Todesopfer von 33 im Jahr 2010 auf nunmehr 51 um mehr als die Hälfte
(+54,5%) und lag damit auch über dem Wert von 2009 mit 46 Alkoholtoten.
Das bedeutet, dass jeder 10. Verkehrstote Opfer eines Alkoholunfalles
war, 2010 war es jeder 17., 2009 jeder 14. Mehr Todesopfer bei Alkoholunfällen
gab es - mit Ausnahme von Kärnten (kein Todesopfer) und Tirol (gleich
viele wie 2010) - in allen Bundesländern. In Niederösterreich (+6 Alkoholtote),
Oberösterreich und in der Steiermark (jeweils +5 Alkoholtote) wurden
die höchsten absoluten Zuwächse registriert.
2.886 verletzte und 13 getötete Kinder
Im Jahr 2011 wurde mit 2.886 im Straßenverkehr verletzten
Kindern bis zum 14. Lebensjahr ein leichter Rückgang verzeichnet (-28
Kinder, -1,0%), 13 Kinder - gegenüber 10 im Jahr 2010 - wurden getötet.
Seit 2007 schwankt die Zahl der getöteten Kinder zwischen 10 und 15;
in den fünf Jahren davor kamen hingegen mehr als doppelt so viele Kinder
durch den Straßenverkehr ums Leben (2007 bis 2011: 63 getötete Kinder;
2002 bis 2006: 132).
38% der verletzten und getöteten Kinder verunglückten
in Pkw (1.105), wobei 93% gesichert waren; weitere 27% verunglückten
als Fußgänger (791), 21% mit dem Fahrrad (604), 193 (7%) mit dem Moped,
vor allem als Mitfahrer.
Mehr Unfälle mit einspurigen Kfz und Radfahrern;
weniger Unfälle mit schweren Lkw und Reisebussen
Nahm im Jahr 2010, auch bedingt durch das schlechte
Wetter, die Zahl der Unfälle mit einspurigen Kfz (-12%), Radfahrern
(-11%) und Fußgängern (-7%) gegenüber dem Vorjahr ab, kam es 2011 bei
den Unfällen mit einspurigen Kfz (+6%) und Fahrradunfällen (+18%)
wieder zu einem Anstieg.
Mit 3.441 Motorradunfällen gab es um 13% mehr als 2010. Somit war 2011
an jedem 10. Verkehrsunfall mit Personenschaden zumindest ein Motorrad
beteiligt.
Unfälle mit Pkw (-2%) und Fußgängerunfälle (-1%) zeigen nur geringe
Rückgänge gegenüber dem Jahr 2010.
Bei Unfällen mit Reisebussen (285, -14%) wurden 271
Bus-Insassen verletzt, jedoch keine getötet. Es ereigneten sich auch
weniger Unfälle mit schweren Lkw (1.391, -8%).
Basic Fact Sheets
BFS 2010