Neben ihren inländischen Tätigkeiten erwirtschafteten
österreichische Unternehmen im Jahr 2009 durch ihre ausländischen
Töchter Umsätze im Wert von 238 Mrd. Euro, was knapp 40% des gesamten heimischen Umsatzes
aller marktwirtschaftlich orientierten inländischen Unternehmen entsprach.
Die
Geographisch waren diese Auslandstöchter hauptsächlich in den EU-Ländern zu finden (rund 2/3), wobei hier neben Deutschland (14% der Einheiten, 11% der Auslandsbeschäftigten) vor allem die „neuen EU-Mitgliedsländer“ eine wesentliche Rolle spielen:
Außerhalb der EU sind österreichische Unternehmen mit ihren Mehrheitsbeteiligungen ebenfalls vor allem im Osten und Südosten Europas engagiert, und zwar in der Russischen Föderation mit über 6% aller Auslandsbeschäftigten, der Ukraine mit knapp unter 6% und Kroatien mit etwas weniger als 4%.
Insgesamt fanden sich 2009 Auslandstöchter österreichischer Unternehmen in 99 Staaten der Welt.
In den überseeischen Gebieten erreichen nur die Auslandstöchter
in den USA
mit etwas mehr als 3% der Auslandsbeschäftigten (3,6% der Unternehmen)
eine nennenswerte Größenordnung. Auslandstöchter in China (rund 2% der Einheiten) hatten 2009 bereits mehr Personen
beschäftigt
Die für manche EU-Länder bedeutsame Kategorie der sogenannten Offshore-Finanzzentren oder auch „Steueroasen“ fällt in der österreichischen Outward-FATS-Statistik kaum ins Gewicht. In diesen Ländern angesiedelte Auslandstöchter umfassen weniger als 3% der Einheiten und nur 0,4% der insgesamt erfassten Auslandsbeschäftigten. Den für österreichische Firmen wichtigsten Offshore-Platz, sowohl nach Anzahl der Auslandstöchter als auch nach Beschäftigten und Umsätzen gesehen, bildete dabei Singapur.
Nach Wirtschaftsbranchen betrachtet sind österreichische Unternehmen, gemessen an der Beschäftigung, über ihre ausländischen Mehrheitsbeteiligungen vor allem in den Finanzdienstleistungen (16%), im Einzelhandel (11%), im Großhandel (8%), im Bauwesen und bei den Versicherungen (je rund 5% der Auslandsbeschäftigten) aktiv. Der umfassende Bereich der Herstellung von Waren (früher: Sachgütererzeugung) bringt es bei einem Anteil von 32% der Einheiten auf insgesamt 38% der Beschäftigten aller österreichischen Tochterunternehmen im Ausland.
Betrachtet man die Auslandsaktivitäten nach der Branche der inländischen
Mutterunternehmen (also z.B. die Frage, welche Wirtschaftsbereiche
sich durch besonders zahlreiche Unternehmensbeteiligungen oder –gründungen
im Ausland auszeichnen) ist zu beachten, dass 40% der Mutterunternehmen
entweder als Beteiligungsgesellschaft in ÖNACE
Bei den Auslandsaktivitäten inländischer Unternehmenseinheiten
kann eine zusätzliche Unterscheidung danach getroffen werden, ob diese
Unternehmenseinheiten „echt“ österreichische Unternehmen sind oder
selbst wiederum unter ausländischer Kontrolle stehen. Schränkt man
das Beobachtungsspektrum auf Erstere ein, so reduzieren sich die insgesamt
Die Erfassung der Auslandsunternehmenseinheiten von in Österreich ansässigen Unternehmen erfolgt im Rahmen der Erhebung der Direktinvestitionsbestände durch die OeNB. Für die FATS-Statistik sind dabei nur jene Auslandsbeteiligungen relevant, die mehr als 50% Anteil am Gesellschaftskapital darstellen und somit ein Indiz für unternehmerische Kontrolle bieten. Diese Daten werden auf Basis der nationalen Auslandsunternehmenseinheitenstatistik-Verordnung und im Rahmen eines Kooperationsvertrages zwischen Oesterreichischer Nationalbank und Bundesanstalt Statistik Österreich der Statistik Austria zur Erstellung der FATS-Statistiken zur Verfügung gestellt.
Während für den Bereich der Inward-FATS-Statistik zur Sicherung der Vollständigkeit auf ergänzende Verwaltungsdaten zurückgegriffen werden kann, basiert die Outward-FATS-Statistik ausschließlich auf Erhebungsdaten. Bei dieser Erhebung kommt eine niedrigschwellige Meldegrenze zur Anwendung; die dadurch nicht erhobenen Einheiten werden – derzeit – nicht gesondert zugeschätzt. Es ergibt sich somit eine geringe Untererfassung in der Statistik, die jedoch in erster Linie nur für die Anzahl der Einheiten von Relevanz ist.
Die EU-Verordnung, wie auch die nationale Verordnung, sieht für den Outward-FATS-Bereich die jährliche Darstellung der Merkmale
vor.
Diese sind nach den Dimensionen Wirtschaftsaktivität (der Auslandsunternehmenseinheiten) und Standortland (der Auslandsunternehmenseinheiten) zu untergliedern, wobei die beiden Dimensionen wie im Falle der Inward-FATS-Statistik in gegenläufiger Detailliertheit zu kombinieren sind.
Die Erstellung der Statistik erfolgt jährlich, erstes Berichtsjahr war das Jahr 2007. Die Ergebnisse werden Anfang Oktober des zweiten auf das Berichtsjahr folgenden Kalenderjahres veröffentlicht (also z.B. Anfang Oktober 2011 für das Berichtsjahr 2009).
Die Daten wurden für das Berichtsjahr 2008 erstmals nach ÖNACE 2008, der nationalen Version der europäischen NACE Rev.2, ausgewiesen (davor: ÖNACE 2003). Aus diesem Grund können derzeit auch noch keine konsistenten Zeitreihen für die Tabellen nach Wirtschaftstätigkeiten vorgelegt werden. Der Erfassungsbereich der Statistik umfasst gemäß nationaler Verordnung die ÖNACE 2008-Abschnitte B - S mit Ausnahme des Abschnittes L – Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung.
Während das EU-Konzept nur den Nachweis von Auslandsunternehmenseinheiten in Nicht-EU-Ländern vorschreibt, werden in der nationalen Version auch jene in den EU-Mitgliedsländern dargestellt. Zudem werden in Erweiterung zum EU-Konzept nicht nur Auslandstöchter von österreichischen Konzernzentralen (= Unternehmen, die von keiner ausländischen Unternehmenseinheit kontrolliert werden, siehe oben) inkludiert, sondern alle von in Österreich ansässigen Unternehmenseinheiten kontrollierten Auslandstöchter.
Aufgrund der eher geringen Gesamtpopulation sind der Ergebnisdarstellung bei Einhaltung der nationalen Geheimhaltungsregeln relativ enge Grenzen gesetzt.