Familienleistungen
Die Leistungen des Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) sind mit Ausgaben in der
Höhe von 6,4 Mrd. Euro im Jahr 2010 die bedeutendsten Instrumente der
Familienförderung in Österreich.
Aus diesem Fonds wurden im Jahr 2010 Familienbeihilfen für 1.806.402 Kinder in der Höhe von 3,4 Mrd. Euro
finanziert. Für kinderreiche Familien wird ein einkommensabhängiger
Mehrkindzuschlag geleistet; die Anzahl der Haushalte, die eine Familienbeihilfe
für ein zweites, drittes oder weiteres Kind erhalten, geht stärker
zurück als jene für das erste Kind. 44% der Kinder mit Familienbeihilfenanspruch
fällt in die Altersgruppe 10 bis 18 Jahre; ein knappes Drittel der
Kinder ist 3 bis 9 Jahre alt. 74.513-mal wurde ein Erhöhungsbetrag für
erheblich behinderte Kinder ausbezahlt. 2010 erhielten 117.342 Studentinnen
und Studenten Familienbeihilfe und 210.728 Kinder mit Familienbeihilfenbezug
waren Kinder von Ausländerinnen bzw. Ausländern.
Das Karenzgeld wurde durch das im Jahr 2002 eingeführte Kinderbetreuungsgeld
ersetzt. Von den 147.546 Bezieherinnen und Beziehern im Jahr 2010 waren
5% Männer. Mehr als ein Fünftel waren allein stehende Elternteile
oder Familien mit geringem Einkommen, die einen Zuschuss oder eine Beihilfe
zum Kinderbetreuungsgeld erhielten. Der Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld
ist nicht an eine Erwerbstätigkeit gebunden, dadurch sind auch Hausfrauen
und –männer (15%), Studentinnen und Studenten sowie Schülerinnen
und Schüler (2%), Selbstständige (2%) und Bäuerinnen und Bauern (1%)
anspruchsberechtigt. Für das Kinderbetreuungsgeld, das auslaufende
Karenzgeld und die Durchführung von Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen
wurden 2010 1,2 Mrd. Euro aufgewendet.
1,8 Mrd. Euro wurden aus dem FLAF für weitere Geld-
und Sachleistungen, wie Unterhaltsvorschüsse, Familienberatung, Familienhärteausgleich,
Familienhospiz-Härteausgleich, Fahrtenbeihilfen und Freifahrten für
Schülerinnen und Schüler sowie für Lehrlinge und die Schulbuchaktion
bereit gestellt.