Die Entwicklung am österreichischen Arbeitsmarkt
zeigt eine wachsende
Erwerbsbeteiligung der Frauen. Innerhalb der letzten zehn Jahre
kam es zu einer Erhöhung der Erwerbstätigenquote
der 15- bis 64-jährigen Frauen von 59,4% (2000:
Gleichzeitig ging mit der steigenden Erwerbsbeteiligung
eine Erhöhung der Teilzeitquote einher. Die Anzahl der teilzeitbeschäftigten
Frauen stieg im Abstand von zehn Jahren von
Als Gründe für Teilzeitbeschäftigung waren bei 38,1%
Im europäischen Vergleich zählt Österreich zu den Ländern,
die sowohl eine hohe Erwerbsbeteiligung der Frauen als auch eine hohe
Teilzeitquote aufweisen. Nur in vier Mitgliedstaaten (Dänemark, Schweden,
Niederlande und Finnland) war die Erwerbstätigenquote der 15- bis 64-jährigen
Frauen höher als in Österreich. Im Jahresdurchschnitt 2011 lag die
Erwerbstätigenquote der 15- bis 64-jährigen Frauen in der EU
Deutliche Unterschiede in der Erwerbstätigkeit von
Frauen und Männern zeigen sich auch nach Altersgruppen. Besonders akzentuiert war die Differenz in den
Erwerbstätigenquoten durch das unterschiedliche Pensionsantrittsalter
bei den 55- bis 59-Jährigen. Die Erwerbstätigenquote lag bei den Frauen
in dieser Altersgruppe bei 51,3% (EU
Betrachtet man die Struktur der Erwerbstätigkeit, zeigt sich in Österreich weiterhin ein geschlechtsspezifisch geteilter Arbeitsmarkt. Nach Branchen gemäß der Klassifikation ÖNACE (2008) arbeiteten im Jahr 2011 23,7% der unselbständig erwerbstätigen Männer in der Herstellung von Waren, 14,5% im Bauwesen und 13,1% im Handel. Unselbständig erwerbstätige Frauen waren hingegen überwiegend im Dienstleistungssektor, mit den höchsten Anteilen im Handel (18,5%) und im Gesundheits- und Sozialwesen (17,2%), beschäftigt.
Bezogen auf die berufliche Tätigkeit übten 2011 insgesamt 9,1% der unselbständig erwerbstätigen Männer eine führende Tätigkeit aus. Bei den Frauen waren mit 3,8% dagegen deutlich weniger in führenden Positionen tätig. Selbst bei gleichen Bildungsabschlüssen waren Frauen stärker in mittleren Positionen vertreten, während Männer häufiger in Führungspositionen aufstiegen. Nach dem Abschluss einer AHS übten beispielsweise bedeutend mehr Frauen (44,8%) als Männer (29,4%) nur mittlere Tätigkeiten aus, während umgekehrt mehr Männer (30,6%) als Frauen (25,3%) mit AHS-Abschluss höhere und hoch qualifizierte Tätigkeiten verrichteten. Hinsichtlich der Besetzung von Führungspositionen war der Unterschied zwischen Frauen und Männern vor allem bei Personen mit BHS- oder Universitätsabschluss markant. Unter den unselbständig Erwerbstätigen mit BHS-Abschluss erreichten nur 4,9% der Frauen, aber 16,7% der Männer führende Tätigkeiten. Bei Personen mit Universitätsabschluss übten 22,4% der Männer, aber nur 7,3% der Frauen eine führende Tätigkeit aus.
Frauen waren auch wesentlich häufiger als Männer atypisch beschäftigt. Insgesamt gingen rund 49% der Frauen und rund 14% der Männer in der Haupttätigkeit einer atypischen Beschäftigung nach (Teilzeiterwerbstätigkeit, freier Dienstvertrag, Leih- bzw. Zeitarbeitsverhältnis, geringfügige Beschäftigung unter 12h/Woche, Befristung), wobei sich hier auch der hohe Teilzeitanteil von Frauen bemerkbar macht.
Die Arbeitslosenquote (ILO-Konzept) lag 2011 bis Frauen bei 4,2% und damit leicht unter jener der Männer von 4,6%. Im langjährigen Durchschnitt lag die Arbeitslosenquote der Frauen dagegen über jener der Männer. Im Zuge der Wirtschaftskrise hat sich dieses Verhältnis umgekehrt, sodass die Arbeitslosenquote der Frauen 2009 und 2011 über jener der Männer lag.