Lohnsteuerstatistik 2010

Bei der Lohnsteuerstatistik handelt es sich um eine Vollerhebung mit sekundärstatistischem Charakter, da Daten der Finanzverwaltung ausgewertet werden. Sie basiert auf rund 9 Millionen von bezugsauszahlenden Stellen ausgestellten Lohnzetteln für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Pensionsbezieherinnen und Pensionsbezieher. Die Lohnsteuer ist eine spezielle Form der Einkommensteuer und wird durch Abzug vom Arbeitslohn bzw. Pensionsbezug eingehoben. Der Lohnsteuertarif, der durch die Steuerreform 2009 geändert wurde, ist ein progressiver Stufentarif.

Steuerpflichtige, Bezüge und Lohnsteuerbelastung

Im Berichtsjahr 2010 wurden insgesamt 6.333.211 Steuerpflichtige registriert, darunter 4.058.658 unselbständig Erwerbstätige und 2.274.553 Pensionistinnen und Pensionisten. Im Vergleich zu 2009 erhöhte sich die Zahl der Lohnsteuerpflichtigen um 1,4%. Die Summe der Bruttobezüge stieg um 2,5% und erreichte ein Volumen von 155.236,5 Mio. Euro, während das gesamte Lohnsteueraufkommen um 3,9% stieg und 21.617,3 Mio. Euro ausmachte. 50,2% bzw. 3.181.479 Lohnsteuerpflichtige waren Männer, 49,8% bzw. 3.151.732 Frauen. Die Männer erzielten 62,0% der Bruttobezüge und trugen 71,6% zum Lohnsteueraufkommen bei. 30,7% aller Lohnsteuerpflichtigen hatten auf Grund geringer Bezüge keine anrechenbare Lohnsteuer. Fast 5 Millionen Einkommensbezieher bzw. -bezieherinnen hatten im Berichtsjahr 2010 nur einen einzigen Lohnzettel (Beschäftigungs- oder Pensionsverhältnis), während für etwas mehr als 1,3 Millionen Lohnsteuerpflichtige mehr als ein Lohnzettel ausgestellt wurde.

Soziale Stellung und Altersklassen der unselbständig Erwerbstätigen

Die zahlenmäßig größte Gruppe der unselbständig Erwerbstätigen bildeten die Angestellten mit einem Anteil von 44,8%, knapp zwei Fünftel (37,9%) waren Arbeiterinnen oder Arbeiter. Die Vertragsbediensteten kamen auf einen Anteil von 8,0%, Beamtinnen bzw. Beamte auf 5,4% aller unselbständig Erwerbstätigen. 3,4% der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer waren Lehrlinge; 0,5 Prozent hatten sonstige Aktivbezüge vorzuweisen.

Werden die unselbständig Erwerbstätigen nach Altersgruppen untergliedert, so umfasst die Gruppe der 41 bis 50-Jährigen 27,5% der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Es folgt die Altersgruppe „31 bis 40 Jahre“ mit 22,9%. Unter den unselbständig Erwerbstätigen mit ganzjährigen Bezügen befinden sich auch Personen im Alter von mehr als 60 Jahren (1,4%). Fast drei Viertel dieser 40.362 Personen sind Männer (29.402), nur ein Viertel Frauen (10.960).

Ganzjährige und nichtganzjährige Bezüge

73,4% aller unselbständig Erwerbstätigen – dies sind fast 3 Millionen Personen – hatten ganzjährige Bezüge. Sie bezogen insgesamt 90,8% der Bruttobezüge aller Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Demgegenüber waren über eine Million Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen nicht ganzjährig beschäftigt. Diese Gruppe setzt sich primär aus Arbeitslosen, Karenzurlaubern und Ferialpraktikanten und -praktikantinnen, die im Laufe des Berichtsjahres unselbständig erwerbstätig waren, sowie aus Berufseinsteigern und Berufseinsteigerinnen zusammen. Von den rund 2,3 Millionen Pensionistinnen und Pensionisten hatten dagegen rund 94,9% ganzjährige Pensionsbezüge.

Bruttobezüge und ihre Verteilung

529.612 unselbständig Erwerbstätige – und damit 3,3% mehr als 2009 bzw. 7,8% mehr als 2008 - hatten Bruttobezüge von mindestens 50.000 Euro, wobei 75,6% davon Männer waren. Bei steigenden Bruttobezügen nimmt der Männeranteil kontinuierlich zu; Bezüge von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ab 200.000 Euro waren zu 91,3% Männern zuzuordnen. Etwa 2,3 Promille der unselbständig Erwerbstätigen befanden sich in dieser Bezugsklasse. Fast ein Viertel (23,3%) aller unselbständig Erwerbstätigen (ohne Lehrlinge) blieb mit ihren Bruttojahreseinkommen unter 10.000 Euro. Dabei ist jedoch zu beachten, dass in den untersten Bruttobezugsstufen viele geringfügig und/oder Teilzeit- und nichtganzjährig Beschäftigte zu finden sind. Ein Drittel (31,7%) aller unselbständig Erwerbstätigen (ohne Lehrlinge) bezog weniger als 15.000 Euro und 41,3% weniger als 20.000 Euro.

Bruttobezüge pro Kopf bei ganzjährig Vollzeitbeschäftigten

Insgesamt waren im Berichtsjahr 54,5% aller unselbständig Erwerbstätigen ganzjährig vollzeitbeschäftigt. Die jährlichen Pro-Kopf-Bruttobezüge in dieser Gruppe variieren deutlich nach sozialer Stellung und Region: Die höchsten durchschnittlichen Bruttoeinkommen erzielten die 2007 erstmals eigens ausgewiesen Personen mit (schwerpunktmäßig) sonstigen Aktivbezügen (das sind Bezüge von hauptamtlichen Politikern und Politikerinnen, Bezüge für Gemeinderatstätigkeit o. ä., Bezüge nach dem Heeresgebührengesetz, rückgezahlte Sozialversicherungsbeiträge). Bei dieser mit 2.890 Personen sehr kleinen Gruppe beliefen sich die durchschnittlichen Bruttobezüge bei Männern auf 59.723 Euro, bei Frauen auf 60.755 Euro. Die männlichen Angestellten erreichten 58.223 Euro; weibliche Angestellte kamen auf 36.291 Euro. Beamte bezogen durchschnittlich 55.091 Euro und Beamtinnen 52.196 Euro, während männliche Vertragsbedienstete auf 43.313 Euro und weibliche Vertragsbedienstete auf 37.715 Euro kamen. Arbeiter verdienten durchschnittlich 30.907 Euro brutto, Arbeiterinnen 21.503 Euro. Der Pro-Kopf-Bruttobezug von ganzjährig vollzeitbeschäftigten Männern lag 2010 bei 44.525 Euro, bei Frauen erreichte er 34.021 Euro. Damit bezogen ganzjährig vollzeitbeschäftigte Frauen durchschnittlich 76,4% der Bezüge der Männer. In der Tendenz haben sich die Bezüge der Geschlechter angenähert, wenngleich diese Annäherung in kleinen Schritten erfolgte: 2006 bezogen bei den ganzjährig Vollzeitbeschäftigten Frauen 73,5% der Durchschnittsbezüge der Männer, 2007 waren es 73,9%, 2008 dann 74,5%, im Berichtsjahr 2009 75,9% und 2010 schließlich 76,4%.

Bei einer Betrachtung nach Bundesländern lagen lediglich die Bundesländer Wien (44.524 Euro) und Niederösterreich (42.257 Euro) über dem Durchschnitt für ganz Österreich (40.865 Euro), während Tirol (38.264 Euro) hier den niedrigsten Wert erreichte. Die höchsten Durchschnittsbezüge wurden im 1. Wiener Gemeindebezirk registriert (83.034 Euro, Männer: 100.830 Euro, Frauen: 60.523 Euro); außerhalb der Bundeshauptstadt im Bezirk Mödling (54.952 Euro, Männer: 63.250 Euro, Frauen: 42.244 Euro). Schlusslicht bei den Männern war der Bezirk Feldbach mit 36.380 Euro, bei den Frauen Landeck mit 27.244 Euro.

Beschäftigungsausmaß

Der durchschnittliche Jahresbruttobezug der unselbständig Erwerbstätigen mit ganzjähriger Beschäftigungsdauer variiert deutlich nach dem Beschäftigungsausmaß: bei Vollzeitbeschäftigung betrug er österreichweit (also ohne Personen mit Wohnsitz im Ausland oder unbekannt) 40.865 Euro (Männer: 44.633 Euro, Frauen: 34.047 Euro), bei Teilzeitbeschäftigung jedoch lediglich 16.923 Euro (Männer: 17.298 Euro, Frauen: 16.848 Euro). Teilzeitbeschäftigung kommt vorwiegend bei Frauen vor: rund 44,3% der Arbeitnehmerinnen sind teilzeitbeschäftigt. Frauen machen 77,1% der Gesamtheit aller Teilzeitbeschäftigten aus. Betrug bei den Männern die Relation zwischen Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigung 1:7,4, so lag sie für die Frauen bei 1:1,2.

Teilzeitarbeit variiert nach der sozialen Stellung; sie ist unter Arbeitern und Arbeiterinnen sehr ausgeprägt (Frauen: 50%, Männer: 13%), unter den Angestellten und Vertragsbediensteten etwas weniger häufig (Frauen: 47% bzw. 38%, Männer: 12% bzw. 11%). Bei den Beamten zeigt sich das deutlichste Gefälle zwischen den Geschlechtern: nur 1,4% der männlichen Beamten arbeiten Teilzeit, ihre Kolleginnen weisen hingegen eine 14-mal höhere Quote auf (19,8%). Eine hohe Teilzeitquote weisen zudem die Personen mit sonstigen Aktivbezügen aus: Männer sind hier zu 55%, Frauen zu 56% in Teilzeit tätig. Eine Gegenüberstellung der Daten der Berichtsjahre 2009 und 2010 zeigt, dass die Beschäftigung insgesamt um 1,2% zunahm, wobei dieser Anstieg vor allem auf Teilzeitbeschäftigte (+3,5 %) entfiel und bei den Frauen (+3,6%) stärker war als bei den Männern (+3,4 %). Ebenfalls gestiegen sind die Anzahl der Vollzeitbeschäftigten (+0,3 %) sowie die Anzahl der Personen mit unbekanntem Beschäftigungsausmaß.

Wirtschaftszweige

Etwa 55,3% der unselbständig Erwerbstätigen waren im Berichtsjahr 2010 in nur fünf ÖNACE-Abschnitten beschäftigt, nämlich in den zusammengefassten Abschnitten O (Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung) + P (Erziehung und Unterricht) + Q (Gesundheits- und Sozialwesen) sowie in den ÖNACE-Abschnitten C (Herstellung von Waren) und G (Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen). Der ÖNACE-Abschnitt F (Bau) und der Abschnitt I (Beherbergung und Gastronomie) kamen auf je 7,6%. Die Abschnitte N (sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen) und H (Verkehr und Lagerei) folgten mit einem Anteil von 5,9 bzw. 5,2 % an der Gesamtheit der unselbständig Erwerbstätigen. Demgegenüber kam die Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (ÖNACE-Abschnitt K) auf nur 3,3 %, die Abschnitte D (Energieversorgung) sowie E (Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen) jeweils auf weniger als 1%.

Die meisten Frauen arbeiteten 2010 in den ÖNACE-Abschnitten O (Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung) + P (Erziehung und Unterricht) + Q (Gesundheits- und Sozialwesen) mit mehr als 616.000 Arbeitnehmerinnen, sowie im ÖNACE-Abschnitt G (Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen), der über 354.000 Arbeitnehmerinnen zählte. Die meisten Männer arbeiteten im Abschnitt C (Herstellung von Waren); hier waren mehr als 476.000 männliche Arbeitnehmer beschäftigt. Die jährlichen Pro-Kopf-Bruttobezüge der ganzjährig vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer variierten stark. So wies etwa die ÖNACE K (Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen) einen durchschnittlichen Bezug von 60.796 Euro aus, während in der Beherbergung und der Gastronomie (ÖNACE I) nur gut ein Drittel dieses Wertes gemessen wurde (21.876 Euro).

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Hauptergebnisse der Lohnsteuerstatistiken für die Jahre 2004 bis 2010HTMLPDFXLSX
Haupterhebungsmerkmale der Lohnsteuerstatistik 2010HTMLPDFXLSX
Steuerpflichtige 2010 nach Geschlecht, sozialer Stellung und BruttobezugsstufenHTMLPDFXLSX
Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen und Bruttobezüge 2010 nach Geschlecht und wirtschaftlicher AktivitätHTMLPDFXLSX
Steuerpflichtige, Bruttobezüge und Lohnsteueraufkommen 2010 nach Bundesländern und GeschlechtHTMLPDFXLSX



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