Einbürgerungen

Zur_interaktiven_DB_button

Zur_interaktiven_DB_button  Hier können Sie Daten zum Thema „Einbürgerungen“ interaktiv abfragen!

Langfristige Trends

Die Zahl der Einbürgerungen lag in den 1980er Jahren bei rund 7.800 Personen pro Jahr. Ab Mitte der 1990er Jahre erhöhten sich als Folge der deutlich gestiegenen Zahl nicht-österreichischer Staatsangehöriger die Einbürgerungszahlen stark. So wurden 1997 knapp 16.000 in Österreich lebende Ausländerinnen und Ausländer eingebürgert, 1999 rund 25.000 und im Jahr 2003 insgesamt fast 45.000. Seit dem Jahr 2004 ist die Zahl der Einbürgerungen rückläufig und fiel bis 2010 um mehr als vier Fünftel im Vergleich zum historischen Höchstwert von 2003. Noch weniger Einbürgerungen gab es in Österreich zuletzt Anfang der 1970er Jahre (wenn die Einbürgerungen von Personen mit Wohnsitz im Ausland mitgerechnet werden). Bezieht man die Einbürgerungen auf die ausländische Bevölkerung (Einbürgerungsrate), so war zwischen 1991 und 2003 ein kontinuierlicher Anstieg auf mehr als das Doppelte zu verzeichnen. In den 1980er und 1990er Jahren entfielen auf 100 ausländische Staatsangehörige im statistischen Durchschnitt 2,4 Einbürgerungen, von 2001 bis 2005 lagen die Raten über 4% bzw. über 5% (2003 und 2004). Seither sinkt die Einbürgerungsrate wieder und liegt für 2011 auf dem gleichen niedrigen Niveau des Vorjahres bei einem Wert von 0,7.

Aktuelle Jahresergebnisse

Im Jahr 2011 erhielten 6.754 Personen die österreichische Staatsbürgerschaft (darunter 64 Personen mit Wohnsitz im Ausland), dementsprechend ist die Zahl der Einbürgerungen gegenüber dem Vorjahr (6.190 Fälle) um 9,1% gestiegen. Nachdem die Einbürgerungszahlen seit dem Rekordjahr 2003 (45.112 Fälle) kontinuierlich gesunken sind, wurde im Berichtsjahr 2011 der Tiefpunkt des Vorjahres überschritten, wobei es aber weniger Einbürgerungen als 2009 (7.990 Fälle) gab. Dementsprechend lag die Einbürgerungsrate 2011 wie im Vorjahr bei 0,7. Im Wesentlichen sind zwei Aspekte für den negativen Trend verantwortlich: Zum einen knüpfen die im März 2006 sowie im Jänner 2010 in Kraft getretenen Novellen zum Staatsbürgerschaftsgesetz strengere Voraussetzungen an den Erwerb der österreichischen Staatsbürgerschaft. Zum anderen haben sich die Zuwanderungsströme nach Österreich ab 1993 stark abgeschwächt, weshalb es zeitversetzt in den letzten acht Jahren weniger Personen gab, für die eine Einbürgerung in Frage kamen.

Im Jahr 2011 wurde die österreichische Staatsbürgerschaft in 1.148 Fällen im Ermessen verliehen (17%), womit die sinkende Tendenz der Ermessenseinbürgerungen auch in diesem Berichtsjahr bestätigt wird. Unter diesen Rechtsgrund-Typ fallen mehrheitlich Einbürgerungen nach mindestens zehnjährigem ununterbrochenem Hauptwohnsitz in Österreich (1.074 Personen; §10 Abs. 1 StbG). Die Zunahme der Einbürgerungen aufgrund eines Rechtsanspruchs setzte sich auch 2011 fort und trifft auf die Hälfte der Einbürgerungen (3.395 oder 50%) zu. Dabei wurden 1.645 Personen nach der Bestimmung §11a Abs. 4 "mindestens sechsjähriger Wohnsitz in Österreich und besonders berücksichtigungswürdige Gründe" (z.B. Geburt in Österreich, EWR-Staatsangehörigkeit oder asylberechtigt) eingebürgert; weiteren 525 Personen wurde die Staatsbürgerschaft nach §12 Z1 "15-jähriger Wohnsitz in Österreich und nachhaltige Integration" bzw. "30-jähriger Wohnsitz" verliehen; auf 846 Frauen und Männer traf der Einbürgerungsgrund "Ehe mit einem Österreicher bzw. einer Österreicherin" (§11a Abs. 1 und 2) zu. Auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr liegt der Anteil an Einbürgerungen aufgrund der "Erstreckung der Verleihung" (2.211 Personen oder 33%). Unter diesem Titel kann die Staatsbürgerschaftsverleihung auf Familienangehörige (Ehepartner bzw. Ehepartnerin sowie minderjährige Kinder) erfolgen, die mit der antragstellenden Person in einem gemeinsamen Haushalt leben. Im Jahr 2011 traf die Erstreckung der Einbürgerung auf 316 Ehegatten (§16) und auf 1.895 minderjährige Kinder (§17) zu.

Mit Ausnahme von Kärnten (-32,7%), der Steiermark (-7,2%) und Salzburg (-7,0%) fanden 2011 in allen anderen Bundesländern wieder mehr Einbürgerungen als im Vorjahr statt. Niederösterreich (+43,2%) und Wien (+18,7%) verzeichnen den stärksten Zuwachs im Ländervergleich. In den anderen vier Bundesländern liegt die Zunahme unter dem Bundesdurchschnitt, in der Rangfolge Vorarlberg (+1,3%), Burgenland (+4,3%), Oberösterreich (+5,0%) und Tirol (+7,5%). Mit 64 Einbürgerungen von Personen mit Auslandswohnsitz gab es 2011 mehr Auslandseinbürgerungen als im Vorjahr (+16,4%).

Bei der Zusammensetzung der Einbürgerungen nach dem Alter zeigt sich, dass mehr als ein Viertel der Neo-Österreicher Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 29 Jahre waren (1.787; 26,5%). Mit 34,0% standen 2.299 Personen, die bei ihrer Einbürgerung zwischen 30 und 44 Jahre alt waren, an erster Stelle, gefolgt von 2.016 minderjährigen Kindern bis zum Alter unter 15 (29,8%).  Weiters hatten 529 Personen oder 7,8% ein Alter zwischen 45 und 59 Jahren, und nur 123 oder 1,8% hatten das 60. Lebensjahr überschritten.

Unter den über 120 Ländern der bisherigen Staatsangehörigkeit teilen sich die Hälfte der Staatsbürgerschaftsverleihungen des Jahres 2011 auf vier Nationalitäten auf. Eingebürgerte mit bisheriger türkischer Staatsangehörigkeit (1.181) sowie Staatsangehörige aus Bosnien und Herzegowina (1.174) stellen mit jeweils 17,5% und 17,4% ein Drittel aller Einbürgerungen des Jahres 2011. An dritter und vierter Stelle folgen Serbien (548) und Kosovo (542), wobei beide Länder ebenfalls nahezu den gleichen Anteil (8,1% bzw. 8,0%) an allen Einbürgerungen ausmachen. Die Länder Kroatien (363), Russische Föderation (299), Rumänien (223) und Mazedonien (182) fallen mit einem Anteil zwischen 3 und 5% ebenfalls in Gewicht. Mehr als 100 Neo-Österreicher und Neo-Österreicherinnen kamen auch aus Afghanistan (157 Personen), Iran (139), Deutschland (118) und der Ukraine (106).

Einbürgerungen von Staatsangehörigen aus den Nachfolgestaaten Ex-Jugoslawiens gingen 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 11% zurück. Gegenüber 2010 stieg die Zahl der Einbürgerungen von Personen mit bisheriger türkischer Staatsangehörigkeit um 26%. Der Zuwachs insgesamt schlägt sich auch auf etwas mehr Einbürgerungen von Bürgern und Bürgerinnen aus den EU-Ländern nieder (Anstieg um 17%); deutlich höher ist die Veränderung gegenüber 2010 bei den übrigen europäischen und außereuropäischen Herkunftsländern, jeweils ein Anstieg um 67% bzw. 30%.

Das Verhältnis zwischen im Inland (2.392) und im Ausland (4.362) geborenen eingebürgerten Personen liegt bei 35,4% zu 64,6%. Bei Betrachtung der nach Österreich zugewanderten Personen im Hinblick auf das Geburtsland sind die meisten Eingebürgerten in Bosnien und Herzegowina (778) geboren, gefolgt von der Türkei (520), dem Kosovo (385) sowie Serbien (232) und der Russischen Föderation (229).

Methodische Informationen, Definitionen

Die Statistik der Einbürgerungen basiert auf den Angaben aus den rechtskräftigen Bescheiden über die Verleihung der Staatsbürgerschaft der Ämter der Landesregierungen Österreichs und wird im Auftrag des Bundesministeriums für Inneres durchgeführt. Die Statistik der Einbürgerungen dokumentiert sämtliche durch Willenserklärung des Erwerbers und nachfolgendem Behördenakt bewirkte Arten des Erwerbs der Staatbürgerschaft nach StbG 1985, idF Novelle 2011 (§§ 10 bis 17 und 58c), nicht hingegen die automatischen Erwerbsarten wie Geburt oder Legitimation eines nichtehelichen Kindes. Die Einbürgerungsstatistik umfasst sowohl Einbürgerungen von in Österreich als auch von im Ausland wohnhaften Personen.

    
  • Tabelle(n)
  • Grafik(en)
  • Stat. Datenbanken
  • Dokumentationen
  • Pressemitteilungen
  • Publikationen
  • Allgemeine Auskünfte
Ergebnisse im Überblick: Eingebürgerte PersonenHTMLPDFXLSX
Einbürgerungen seit 1946 nach BundesländernPDFXLSX
Eingebürgerte Personen und Einbürgerungsrate seit 1991 nach BundesländernPDFXLSX
Eingebürgerte Personen seit 2001 nach bisheriger StaatsangehörigkeitPDFXLSX
Eingebürgerte Personen seit 2002 nach bisheriger Staatsangehörigkeit und BundesländernPDFXLSX
Einbürgerungen seit 2001 nach Quartalen und Bundesländern HTMLPDFXLSX


Einbürgerungen und Einbürgerungsrate seit 1971

Einbürgerungen nach dem Rechtsgrund seit 1991

Einbürgerungen 2011 nach Politischen Bezirken



Guglgasse 13, 1110 Wien 
Tel.: +43 (1)71128-7070 
FAX: +43 (1) 715 68 28 
info@statistik.gv.at 
Öffnungszeiten: Mo - Fr 8.00 - 16.00 Uhr