Arbeitslose (internationale Definition)

Ein Blick auf die Entwicklung der Arbeitslosigkeit seit 1995, dem EU-Beitrittsjahr Österreichs, zeigt mehrere Abschnitte. Einem recht kräftigen Anstieg von 1995 auf 1996 von 140.000 Arbeitslosen auf 155.000 folgten noch zwei Jahre mit einem geringen Zuwachs. Von 1999 bis 2001 erholte sich der Arbeitsmarkt. Im Jahr 2000 wurde mit 134.000 die geringste Arbeitslosenzahl seit 1995 ausgewiesen. Von 2001 bis 2003 gab es jedes Jahr einen Sprung hinauf, um 19.000 bzw. 13.000, sodass im Jahresdurchschnitt 2003 170.000 Arbeitslose gezählt wurden. Ein weiterer Anstieg um 25.000 Arbeitslose von 2003 auf 2004 kann nicht zur Gänze der Arbeitsmarktsituation zugerechnet werden. Hier gab es eine grundlegende Umstellung der Erhebung, deren Auswirkung nicht genau beziffert werden kann. Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit wird aber auch durch die Erhöhung der Arbeitslosenquote um 0,6 Prozentpunkte bestätigt. Durch einen Zuwachs von 13.000 Arbeitslosen von 2004 auf 2005 erreichte die Arbeitslosenzahl mit 208.000 im Jahr 2005 ihren Höchstwert. Danach erholte sich der Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenzahl sank 2006 auf 196.000, 2007 auf 186.000 und 2008 weiter auf 162.000. 2008 präsentierte sich der Arbeitsmarkt noch weitgehend krisenfest. Der Anstieg der Zahl der Arbeitslosen von 2008 auf 2009 auf 204.000 Arbeitslosen war von der schlechteren Wirtschaftslage gekennzeichnet. Im Jahr 2011 ging die Zahl der Arbeitslosen auf 179.000 zurück. Mehr Männer als Frauen waren im Jahresdurchschnitt 2011 von Arbeitslosigkeit betroffen. Den gesamten Zeitraum betrachtet, zeigte sich bei Frauen und Männern der gleiche Verlauf.

Die Arbeitslosenquote entwickelte sich analog zu den Arbeitslosenzahlen. Die niedrigste Quote lag bei 3,5% und wurde, wie auch der Tiefstwert bei der Arbeitslosenzahl, im Jahr 2000 erreicht, die höchste, im Jahr 2005, betrug 5,2%. Im Jahresdurchschnitt 2011 betrug die Arbeitslosenquote 4,2%. Die Arbeitslosenquote der Frauen verzeichneten mit 4,3%, wieder einen höheren Wert als jene der Männer 4,0%. In den beiden Jahren davor lag die Arbeitslosenquote der Männer über jener der Frauen. Die Auf- und Abbewegungen im Laufe der letzten Jahre waren bei beiden Geschlechtern gleichlaufend.

Hinweis: Die aus dem Mikrozensus bzw. der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung (AKE) stammende Zahl der Arbeitslosen und auch der Erwerbstätigen entspricht dem ILO-Konzept, dem die internationale Definition von Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit zugrunde liegt. Beim ILO-Konzept gilt eine Person als erwerbstätig, wenn sie in der Referenzwoche mindestens eine Stunde gearbeitet oder wegen Urlaub, Krankheit usw. nicht gearbeitet hat, aber normaler Weise einer Beschäftigung nachgeht. Personen mit aufrechtem Dienstverhältnis, die Karenz- bzw. Kindergeld beziehen, sind bei den Erwerbstätigen inkludiert. Als arbeitslos gilt, wer in diesem Sinne nicht erwerbstätig ist, aktive Schritte zur Arbeitssuche tätigt und kurzfristig zu arbeiten beginnen kann. Die vom Arbeitsmarktservice (AMS) veröffentlichte nationale Arbeitslosenzahl und Arbeitslosenquote basieren auf den beim Arbeitsamt vorgemerkten Arbeitslosen und den beim Hauptverband der Sozialversicherungsträger (HV) erfassten unselbständig Beschäftigten.

    
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