Die Ergebnisse einer Volkszählung präsentieren ein zahlenmäßiges Abbild der Struktur der Bevölkerung, der Haushalte und der Familien in Österreich. Da diese nicht nur für das gesamte Bundesgebiet ermittelt werden, sondern auch für Gemeinden und noch kleinere Gebiete, bilden die Zählungsergebnisse die Grundlage für zahlreiche Maßnahmen der öffentlichen Verwaltung, für wirtschaftliche Entscheidungen und für die Aufgaben der Wissenschaft. Sie bieten aber auch den Bürgern und Bürgerinnen Material sowohl für eigene Entscheidungen als auch zu einer Erfolgskontrolle der politischen Maßnahmen. Die Zahlen tragen zur gerechten Aufteilung der Steuermittel auf Bundesländer und Gemeinden bei und dienen der Zuordnung der Nationalratsmandate auf die Wahlkreise. Sie spiegeln den Bedarf an Verkehrseinrichtungen für Pendler und Pendlerinnen wider, ermöglichen eine vernünftige Steuerung von Betriebsansiedlungen, realitätsbezogene Flächenwidmungspläne und Raumordnungsmaßnahmen sowie die Vorausberechnung der künftigen Bevölkerungszahl und -struktur von Österreich.
Einen Monat nach dem Stichtag, dem 31.Oktober 2011, liegt nun die vorläufige Bevölkerungszahl vor:
Vorläufige Bevölkerungszahl 2011 und Veränderung seit 2001 für Gemeinden (PDF 1MB)
Vorläufige Bevölkerungszahl 2011 und Veränderung seit 2001 für Politische Bezirke und Bundesländer (PDF 107KB)
Im Jahre 1869 fand in Österreich die erste "moderne" Volkszählung statt, also eine statistische Erhebung, die nach einheitlichen Grundsätzen zum gleichen Stichtag die gesamte Bevölkerung in allen Landesteilen umfasste. (Davor durchgeführte Erhebungen entsprachen nicht allen diesen Prinzipien). Damals wurden die Fragebögen lokal ausgezählt und zu Bezirkssummen (danach zu Landes- und Reichssummen) addiert. Dies galt auch für die Zählung 1880. Die Volkszählung 1890 wurde auf Lochkarten übertragen und mittels elektrischer Zählmaschinen aufgearbeitet. Österreich und die USA waren die ersten Staaten, die diese moderne technische Methode anwandten. 1900 und 1910 wurde die Technologie verfeinert. In der Zwischenkriegszeit fanden Volkszählungen 1923 und 1934 statt, 1939 unter fremder Herrschaft. Seit 1951 werden die Zählungen regelmäßig in den mit 1 endenden Jahren vorgenommen. Während 1961 noch mit Lochkarten gearbeitet wurde (ein Durchlauf durch die Tabelliermaschinen dauerte sechs Wochen), erfolgte 1971 der Wechsel zur Elektronik. Zeitgleich mit Deutschland und der Schweiz wurde die Datenerfassung damals auf elektronische Beleglesung umgestellt. 2001 erfolgte abermals eine größere technische Umstellung in der Datenerfassung und Aufarbeitung (Verwendung von Scannern und Recognition-Software, automationsunterstützte Signierung von Textangaben). Die Volkszählung 2001 war der letzte „traditionelle“ Zensus, bei dem Zählorgane und Fragebögen eingesetzt wurden.